Die Bedeutung der kleinsten Lebewesen im Ozean oder: Die Leidenschaft des Wissenwollens

Johannes Heimrath besuchte seine ehemalige Klassen­kameradin, die Mikrobiologin Irene Wagner-Döbler. Es muss 30 Jahre her sein, dass ich zum letzten Mal auf einem Klassentreffen war. Als Irene zusammen mit ihrer besten Freundin – einer weiteren Klassenkameradin – im Sommer 2018 nach Klein Jasedow zu Besuch kam, schien unsere Beziehung nur […]

Gedanken für eine wärmere Welt – Oya 50

Was genau meint das Wort »Wirt«? Die etymologische Interpretation der indo­euro­pä­i­schen Wortwurzel kreist um »aufmerksam behandeln«, »hüten«, »beherbergen« – damit verwandt ist »warten« im Sinn von »­pflegen«, »aufpassen«, vgl. »Wärter«, »Torwart« –; aber auch »gewahren« im Sinn von »erkennen«, »gewahr werden«, »innewerden« war gemeint. Eine Herleitung aus dem Altnordischen als […]

Gedanken für eine wärmere Welt – Oya 48

Nun hat Oya eine neue Rubrik bekommen: »Commonie« heißt sie, und eine von vermutlich mehreren möglichen Deutungen des Begriffs finden Sie auf Seite 6. Ich beobachte das mit gemischten Gefühlen. Einerseits freue ich mich darüber, dass der Begriff, den ich in Ausgabe 10 von Oya erstmals vorgeschlagen habe, quasi durch […]

An den Rändern unserer Gedanken

Johannes Heimrath, Lara Mallien und Matthias Fersterer sprachen mit Benjamin Kafka über die Kategorien von Erfolg und Misserfolg und das Ausatmen. Der folgende Text ist eine Gemeinschaftswerk. Seit seine Früchte reifen, fällt in den Mirabellenbaum jeden Morgen ein Schwarm Stare ein. Die Vögel veranstalten ein unglaubliches Spektakel. Zeugen dieses Schauspiels […]

Eins ist alles – Porträt des Einzellers Bifid Bakt

Bifid Bakt wurde irgendwann im Kambrium in einem Biofilm geboren, höchstwahrscheinlich im kuschelig-warmen Verdauungstrakt eines winzigen Polypen im seichten Wasser des seinerzeitigen Tornquist-Ozeans an der Küste Avalonias. Wobei »geboren« nur unbeholfen das erstmalige Erscheinen von Bifid beschreibt. Das Subjekt unseres Porträts ist diesmal jedenfalls das lebensfähige Ergebnis eines vermutlich lustvollen […]

Weniger Maschinen, mehr Freiheit

Oya-Herausgeber Johannes Heimrath sprach mit der Kulturanthropologin Andrea Vetter und dem Rebound-Forscher Tilman Santarius über Wege aus der Maschinisierung des Alltags hin zu einer mitfühlenden Kultur kluger, lebensfördernder Techniken. Johannes Heimrath: Tilman, deine Küche im Katharinenhof in Gransee ist ein inspirierender Ort! Das wird es leicht machen, darüber zu sprechen, […]

Die eingehegte Welt ist eine Zombie-Welt

Johannes Heimrath sprach mit dem Philosophen Andreas Weber über Nicht-Wissen, Fülle und radikales Dissidententum. Johannes Heimrath: Andreas, das Phänomen Lebendigkeit spielt in deiner Arbeit eine zentrale Rolle. Wie verstehst du dich selbst als lebendiges Wesen? Andreas Weber: Als eine Ganzheit – nicht als »Geist«. Ich kann meinen Körper nicht zur […]

Bürgermeister sind so wichtig wie Ärzte

Johannes Heimrath fragte den Präventologen Ellis Huber nach sinnvollen Strategien zur Verbesserung der Gesundheitsvorsorge. Johannes Heimrath: Ellis, was sind deine Einschätzungen und Wünsche in Bezug auf das neue Gesundheitsförderungsgesetz? Ellis Huber: Ich weiß aus meiner politischen Erfahrung, dass die Welt nicht von Gesetzen, sondern von Menschen geändert wird. Das Geld […]

Räume des Nicht-Wissens

Oya-Herausgeber Johannes Heimrath sprach im ZEGG mit Barbara Stützel, Andreas Duda und Simon Schramm über die gemeinschaftsstiftende Kraft der Künste. Johannes Heimrath: Habt Dank für das herzliche Willkommen hier in der Gemeinschaft »ZEGG«. Kaum zu glauben, aber ich bin tatsächlich zum ersten Mal körperlich hier – nach den vielen Jahren […]

Überall flackern kleine Feuer

Johannes Heimrath sprach mit Silke Weiß und Corina Nitzsche über die Dynamik von Veränderung, die das Bildungssystem in Deutschland ergriffen hat. Johannes Heimrath: Silke, du hast bei uns im Klanghaus von Klein Jasedow gerade das letzte Modul der von dir geleiteten Weiterbildung »LernKulturZeit« zu Ende gebracht. Fühlst du dich wohl […]

Wer genau isst eigentlich? Oder: Wer bin ich überhaupt?

Würden wir Menschen die Natur wirklich verstehen, so änderte sich die Welt augenblicklich. Mein Großvater hatte mir auf einem unserer Waldspaziergänge, die meist von tiefen Gesprächen über Verrottungsvorgänge und das Wesen der Pilze geprägt waren, eröffnet, dass die Hasenköttel, die Rehlosung, Hundedreck, ja auch die Kuhfladen und meine eigene Wurst […]