Gedanken für eine wärmere Welt – Oya 46

Die Macht von Geschichten ist wirklich bemerkenswert! Früher machte ich mir gelegentlich einen Spaß daraus, auf Fragen, die mir erstaunlich vorkamen, erstaunliche Antworten zu erfinden, die der oder dem Fragenden glaubhaft erschienen. So beantwortete ich einmal die Frage, warum die Weinbergschnecken »Weinbergschnecken« hießen, so: Zwar kommen die Weinbergschnecken in Weinbergen […]

Gedanken für eine wärmere Welt – Oya 42

Keine Angst, den Namen, der in der ständigen Informationsflut derzeit am meisten nervt, nenne ich nicht. Doch trotz meines Überdrusses am Was-hat-er-denn-schon-wieder-Schlimmes-angestellt-Hype hole ich eine Frage hervor, auf die ich schon mehrfach Antwort gesucht habe – der Zeitpunkt scheint wieder mal günstig zu sein: Was ist uns das Leben eines […]

Eins ist alles – Porträt des Einzellers Bifid Bakt

Bifid Bakt wurde irgendwann im Kambrium in einem Biofilm geboren, höchstwahrscheinlich im kuschelig-warmen Verdauungstrakt eines winzigen Polypen im seichten Wasser des seinerzeitigen Tornquist-Ozeans an der Küste Avalonias. Wobei »geboren« nur unbeholfen das erstmalige Erscheinen von Bifid beschreibt. Das Subjekt unseres Porträts ist diesmal jedenfalls das lebensfähige Ergebnis eines vermutlich lustvollen […]

Ein Minimalkonsens genügt für das Zusammenleben

Johannes Heimrath und Lara Mallien sprachen mit dem Sozialanthropologen Tilmann Heil darüber, wie Menschen unterschiedlicher Kulturen ihr Zusammenleben im öffentlichen Raum organisieren. Herr Heil, als Sozialanthropologe forschen Sie über Konvivialität und geben dem Begriff eine spezifische Bedeutung. Unter dem Begriff des Zusammenlebens im Sinn von Konvivialität fasse ich eine Reihe […]

Die eingehegte Welt ist eine Zombie-Welt

Johannes Heimrath sprach mit dem Philosophen Andreas Weber über Nicht-Wissen, Fülle und radikales Dissidententum. Johannes Heimrath: Andreas, das Phänomen Lebendigkeit spielt in deiner Arbeit eine zentrale Rolle. Wie verstehst du dich selbst als lebendiges Wesen? Andreas Weber: Als eine Ganzheit – nicht als »Geist«. Ich kann meinen Körper nicht zur […]

Gedanken für eine wärmere Welt – Oya 34

Wer etwas geheimhält, hat etwas zu verbergen: etwas Verwerfliches, Peinliches, Intimes, zumindest etwas Egoistisches – so die ersten Signale, die unseren präfrontalen Cortex aus dem Stammhirn erreichen, wenn wir mit Geheimhaltung konfrontiert werden. Ein ausreichend kultiviertes Großhirn lässt auch noch die Variante zu, dass uns der geheimniskrämernde Mitmensch vielleicht überraschen […]

Gedanken für eine wärmere Welt – Oya 31

Manchmal kommt mir unser Mitteleuropa – genauer: die Gegend, in der man Deutsch spricht – vor wie ein Fünfzigerjahrewohnzimmer, in dem die Spielzeugeisenbahn aufgebaut ist. Eifrig bastelt die Familie an Landschaften, Bahnübergängen, Straßenszenen, ein Unfall darf auch dabei sein, detailreich mit handbemalten Plastikfigürchen dargestellt, und, naja, heute darf noch eine […]

Gedanken für eine wärmere Welt – Oya 30

Die scheinbare Unveränderlichkeit nationaler Organisation wird durch eine Lähmung im Denken der ganz normalen Menschen aufrechterhalten. ­Dabei ist alles, wirklich alles veränderbar – in jede Richtung: Innerhalb weniger Tage ­haben sich 1942 »ganz normale Männer« (Christopher R. Browning) des Hamburger Reserve-Polizeibataillons 101, deren Aufgabe bis dato darin bestanden hatte, Menschen […]

Wer genau isst eigentlich? Oder: Wer bin ich überhaupt?

Würden wir Menschen die Natur wirklich verstehen, so änderte sich die Welt augenblicklich. Mein Großvater hatte mir auf einem unserer Waldspaziergänge, die meist von tiefen Gesprächen über Verrottungsvorgänge und das Wesen der Pilze geprägt waren, eröffnet, dass die Hasenköttel, die Rehlosung, Hundedreck, ja auch die Kuhfladen und meine eigene Wurst […]

Mit allen Sinnen Abschied nehmen

Oya-Herausgeber Johannes Heimrath sprach mit der Trauerbegleiterin Margit Bassler, dem Bestatter Uller Gscheidel und dem Vorsitzenden der Deutschen Gesellschaft für Palliativmedizin, Heiner Melching, über Abschiedsgefühle. Johannes Heimrath: Vielen Dank, dass wir im Konferenzraum der Deutschen Gesellschaft für Palliativmedizin unser Gespräch führen können. Das finde ich beziehungsreich für unser Thema, denn […]